Normandie 
             (Im Sommer 2008)

Wir wollten schon länger mal in die Normandie, also warum nicht mit dem 170er?
Also dann alle Flüssigkeiten gewechselt, alles überprüft, und das Werkzeugfach mit einer Ersatzwasserpumpe, einer Ersatzbenzinpumpe und einem Ersatzverteiler, Werkzeug, Lötkolben, Dichtungspapier, Kabeln etc. gefüllt. Man glaubt gar nicht was da alles reingeht. Die Ersatzlichtmaschine habe ich zuhause gelassen und stattdessen ein Ladegerät hinten reingepackt. Nachdem dann meine bessere Hälfte und ich den restlichen Laderaum begutachtet hatten, waren 2 Wochen als möglich erachtet. Feinere Kleidung (Neben dem Blaumann) für die Restaurants sollten ja auch drin sein.
Nach gutem Start (der Wagen sprang problemlos an) ging es bei offenen Verdeck bis zum nächsten Dorf, wo die Zündung aussetzte. Klar einfacher Fehler, der Flachstecker der nachträglich ins Batteriefach eingebauten Transistorzündung wurde durch den von der Batterie heruntergerutschtem Multimeter getrennt (ist halt jede Ecke vollgestopft gewesen).

So ging's dann weiter nach einem Zwischenhalt am Berggarten in Kassel zu den Schwiegereltern bis Bonn. Im Westerwald startete der Motor nur unter Mühen nach einem Tankstopp, es war halt warm…

Richtung TroyesAm nächsten Tag dann durch die Eifel, Luxemburg weiter in die Champagne. In Epernay hatte ich ein Zimmer bei Mr. & Mme. Rimaire gebucht (). Da die Strasse der großen Champagnerhäuser gerade noch prächtiger gemacht wurde und somit der Hof nicht zugänglich war, sind wir mit Monsieur Rimaire um den Block gefahren (was er sichtlich genoss "Mercedes et capot ouvert, oh-lala") und durften bei ihm im Garten parken. Wir wurden auf ein Glas Champagner eingeladen und hatten bevor wir uns zum Abendessen begaben dann doch die Flasche geleert.
Am nächsten morgen haben wir dann bei Janisson Baradon geklingelt, um auch Champagner zu kaufen. Cyril Janisson zeigte uns erst seine Keller und na gut, eine Kiste lässt sich auch noch irgendwie unterbringen. Er war übrigens begeistert, dass der 170er im Gegensatz zu seinem Vorkriegs-Peugeot schon ein synchronisiertes Getriebe hatte.

Weiter durch Paris, wo der Verkehr echt anstrengend wurde, da der Motor im Stop&go immer ausging, bis nach Versailles um Japaner zu fotografieren. Ehrlich, das spare ich mir demnächst… In Neauphle-le-Chateau kamen wir und der 170er dann gepflegt unter bei Mme. Drouelle (www.clos-saint-nicolas.com). In dem Ort wird übrigens der Grand Manier gebraut…

Garten von Claude Monet in GivernySo ging es immer weiter über Giverny zu Monets Gärten (der 170er lief im Stand schon schlecht) nach einem Picknick an der Seine weiter über Rouen (ich habe das Standgas sehr hoch gedreht, damit er überhaupt noch lief, bis wir in unserem gebuchten Ferienhaus ankamen (www.a-gites.com/annonce-6429.html). Nach dem Abstellen und der Begrüßung durch Mme Lecourt konnten wir den Wagen nur noch zum Parkplatz schieben! Das ist doch 'ne Punktlandung!

FerienhausIch hatte erst den Verdacht, dass die Ventile nachgestellt werden müssten, doch es zeigte sich, dass der Verteilerfinger hin war. Nun gut, ich hatte ja noch einen Ersatzverteiler dabei, und dessen Finger passte nach einiger Feilerei (es war ein alter, aus wer weis was für einem Wagen).

Es folgte eine wunderbare Woche mit Fahrten zu diversen Klostern, an die Atlantikküste, Picknicken mittags nach Besuch der lokalen Bäcker und Schlachter mit etwas Cidre. Wunderbar!
So waren die Ferien wundervoll, das Auto lief, die Franzosen freuten sich und deckten uns mit den Fußballergebnissen ein. Überhaupt muss ich sagen, dass die einheimischen Fahrer, die sonst jedes langsame Auto vor sich als persönliche Beleidigung aufgefasst hätten, bei einem Oldtimer immer (wirklich immer, auch in Paris) sehr rücksichtsvoll fuhren.

Der Rückweg war dann problemlos. Jetzt steht das Auto wieder im Schuppen, damit es nun ordentlich restauriert wird, verdienterweise.

Warum schreibe ich das? Zuerst um Mut zu machen auch mal sehr lange Reisen zu unternehmen, das waren knapp 3.000 km. Und die Probleme hätten, glaube ich, keinen von uns vor große Probleme gestellt.

Der Vorteil ist der sofortige Kontakt zu den Menschen, dadurch dass man einen Anknüpfpunkt findet. Zum zweiten beginnt der Urlaub gleich an der Haustür und endet dort. Die Fahrerei ist zwar auch anstrengend, aber durch Umgehen von Autobahnen wird es mehr zum Reisen im ursprünglichen Sinne. Schön zu sehen, wie sich die Landschaft langsam verändert…


Toskana Juni 2012

AutoreisezugMit der Fertigstellung des Wagens lockte wieder die Ferne. Italien durfte es sein. Das ist von Goslar aus schon ganz schön weit, so kamen wir auf den Autoreisezug. Idealerweise wäre da svon Hildesheim aus losgegangen, da war nichts mehr frei also dann ab Berlin Wannsee, von hier aus 3h. Wir haben nur Abteilplätze gebucht. Ein Abteil mit 6 Plätzen wurde nurn von uns beiden plus einem netten Motorradfahrer belegt. Man kann dann die Betten ausklappen. Da ich im Zug nicht schlafen kann vollkommen ausreichend.

Wir sind bis Verona gefahren.

Von Verona dann bis Modena mit Übernachtung und dann über die  Apenninen nach  Palaia wo wir bei Luca Rinaldi eine wunderschöne Ferienwohnung hatten


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